Erkenne deine Drachen der Untätigkeit

Warum tun wir uns so schwer, unser Verhalten zu ändern? Wir wissen, dass vieles von dem, was wir tun, klimaschädlich ist und trotzdem bleiben wir bei unserem Verhalten.

Robert Gifford, Professor für Psychologie und Umweltstudien an der Universität von Victoria (British Columbia, Kanada), hat mit seinen „Drachen der Untätigkeit“ einen Rahmen entwickelt, der uns hilft, unsere Untätigkeit besser zu verstehen.

Da ich davon überzeugt bin, dass Wissen – und dazu gehört auch eine gute Portion Selbsterkenntnis – der Schlüssel zu Verhaltensänderungen ist, habe ich in Anlehnung an Giffords Drachen einen kleinen Selbsttest entwickelt.

In diesem findest du 30 Aussagen, denen du zustimmen oder die du ablehnen kannst. Damit findest du heraus, wie stark deine Drachen der Untätigkeit in dir sind. Den größten Nutzen aus diesem Selbsttest erzielst du, wenn du möglichst ehrlich bist.

Dies ist weder ein psychologisch fundierter Persönlichkeitstest noch eine Anleitung zum Frustiertsein. Die Fragen sollen den Blick auf unsere Glaubenssätze schärfen und uns helfen, Argumente bei uns selbst und bei anderen zu hinterfragen und neugierig zu bleiben.

Es geht also weniger um das Ergebnis als vielmehr darum, über die Glaubenssätze nachzudenken, wie oft du sie schon in deinem Kopf oder von anderen Menschen gehört hast. Und natürlich, warum diese Glaubenssätze so stark sind. Welche Gegenargumente könnte es geben? Wären diese für dich überzeugend? Was könnte dich umstimmen?

Ich wünsche viel Spaß damit.

Mehr zu den „Dragons of Inaction“ von Robert Gifford: http://www.dragonsofinaction.com/

Denken

1. Der Klimawandel wirkt sich erst in einigen Jahrzehnten aus. Wir sind gar nicht betroffen.

 
 
 
 

2. Hier bei uns in der Region sind wir nicht betroffen.

 
 
 
 

3. Mir fehlen Informationen, was ich anders machen kann.

 
 
 
 

4. Ich kann das Thema nicht mehr hören.

 
 
 
 

5. Alles regelt sich, auch wenn wir nichts tun.

 
 
 
 

6. Ich habe keine Zeit, Dinge anders zu tun.

 
 
 
 

7. Ich bin (körperlich) nicht in der Lage, etwas zu ändern.

 
 
 
 

8. Es spielt für die Welt keine Rolle, ob ich etwas ändere.

 
 
 
 

Weltsicht

9. Die Wirtschaft wird Lösungen für die Probleme finden.

 
 
 
 

10. Gott oder Mutter Natur werden es richten.

 
 
 
 

11. Der technische Fortschritt wird die Probleme lösen.

 
 
 
 

12. Für mich ist alles okay, so wie es ist.

 
 
 
 

Die anderen

13. Andere verhalten sich auch so wie ich. Was ist falsch daran?

 
 
 
 

14. Für Menschen wie mich ist dieses Verhalten normal.

 
 
 
 

15. Die anderen ändern sich auch nicht. Warum dann ich?

 
 
 
 

Kosten der Veränderung

16. Ich habe Geld, Zeit, Energie investiert, das möchte ich nicht aufgeben.

 
 
 
 

17. Das sind meine Gewohnheiten. Ich schaffe es nicht, sie zu ändern.

 
 
 
 

18. Andere Dinge sind mir wichtiger.

 
 
 
 

19. Mein Zuhause/meine Umgebung ist nicht betroffen, daher ist es nicht wichtig.

 
 
 
 

Missbilligung

20. Ich vertraue den Wissenschaftler:innen und Politiker:innen nicht.

 
 
 
 

21. Die Anreize für meine Verhaltensänderung sind zu klein.

 
 
 
 

22. Der derzeitige Klimawandel ist ein natürliches Phänomen und daher kein Problem.

 
 
 
 

23. Ich will nicht zu etwas gezwungen werden.

 
 
 
 

Risiken

24. Die Alternativen funktionieren nicht so gut, wie die derzeitigen Lösungen.

 
 
 
 

25. Von den Alternativen können Gefahren ausgehen.

 
 
 
 

26. Die Alternativen sind zu teuer.

 
 
 
 

27. Die Alternativen sind uncool und ich werde dafür kritisiert/belächelt.

 
 
 
 

28. Die besten Alternativen zu finden, kostet zu viel Zeit.

 
 
 
 

Verhalten

29. Ich tue schon genug gegen den Klimawandel.

 
 
 
 

30. Wenn ich etwas anders mache, sollte ich dafür auch entschädigt werden.

 
 
 
 

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