Eine Flasche Duschgel, eine Flasche Shampoo, eine Flasche Handseife. Dazu vielleicht noch Conditioner, Gesichtsreinigung und mehrere Reiniger. Flüssige Produkte gehören für viele Menschen so selbstverständlich zum Alltag, dass die Frage kaum noch auftaucht: Muss das alles flüssig sein?
Ich habe diese Frage für mich an mehreren Stellen beantwortet. Zum Duschen nutze ich nur noch ein Stück Aleppo-Seife. Bei der Handseife funktionieren feste, palmölfreie Stücke für uns gut. In der Küche bin ich dagegen mit einem festen Spülmittel nicht glücklich geworden.
Meine Antwort lautet deshalb nicht: Fest ist immer besser. Sie lautet: Wo ein festes Produkt dieselbe Aufgabe zuverlässig erfüllt, gibt es wenig Gründe, weiterhin Wasser in einer Flasche zu kaufen. Bei anderen Anwendungen ist die flüssige Form praktischer. Dann zählen Rezeptur, Dosierung und Verpackung.
Flüssig ist bequem, fest spart oft mehr als Verpackung
Flüssige Produkte lassen sich schnell dosieren und verteilen. Eine Pumpflasche ist einfach zu bedienen, ein Spray erreicht größere Flächen und ein flüssiges Shampoo lässt sich vertraut im Haar verteilen.
Feste Produkte bringen andere Vorteile mit. Sie enthalten meist wenig oder kein zusätzliches Wasser, brauchen häufig weniger Verpackung und laufen unterwegs nicht aus. Vor allem entfällt der Transport von Wasser in Flaschen oder Kanistern.
Das ist ein wichtiger Unterschied. Bei flüssiger Seife, Duschgel, Shampoo und vielen Reinigungsmitteln wird Wasser zum Bestandteil des Produkts. Bei einem festen Stück kaufst und transportierst du primär die konzentrierten Seifenbestandteile.
| Flüssige Produkte | Feste Produkte |
|---|---|
| lassen sich schnell dosieren und verteilen | brauchen meist weniger Verpackung |
| sind einfach in bestehende Routinen einzubauen | enthalten weniger zusätzliches Wasser |
| eignen sich gut für Pumpflaschen und Sprühflaschen | sind platzsparend und laufen unterwegs nicht aus |
| bieten eine große Auswahl für Haut, Haare und Reinigung | können mehrere Flaschen ersetzen |
| werden leicht überdosiert | müssen zwischen den Anwendungen trocknen |
| sind nicht automatisch schlechter zusammengesetzt | sind nicht automatisch haut- oder umweltfreundlicher |
Die feste Form ist also kein Qualitätsmerkmal. Sie schafft aber gute Voraussetzungen für weniger Verpackung und weniger Transport, wenn das Produkt im Alltag funktioniert und vollständig genutzt wird.
Die Inhaltsstoffe entscheiden bei beiden Formen
Bei festen Seifen wird häufig über die Inhaltsstoffe gesprochen. Das ist richtig, aber kein Sonderthema fester Produkte.
Auch Flüssigseife, Duschgel, Shampoo, Creme und Spülmittel können sehr unterschiedlich zusammengesetzt sein. Duftstoffe, Konservierungsmittel, Tenside, Öle und weitere Bestandteile entscheiden darüber, ob ein Produkt zu deiner Haut, deinen Haaren oder der jeweiligen Reinigungsaufgabe passt.
Ein Seifenstück ist nicht automatisch mild. Eine Flüssigseife ist nicht automatisch aggressiv. Die Form allein sagt wenig über die Rezeptur aus.
Du musst im Laden trotzdem keine Zutatenliste auswendig kennen. In meiner App-Übersicht zu Kosmetik, Körperpflege und Reinigungsmitteln findest du Anwendungen, mit denen du Produkte scannen und Inhaltsstoffe einordnen kannst.
Die Apps sind Entscheidungshilfen, keine Orakel. Ihre Datenbanken können unvollständig sein und die Bewertungen folgen unterschiedlichen Kriterien. Für eine erste Orientierung sind sie trotzdem praktischer, als eine lange Zutatenliste nur zu überfliegen.
Meine Reihenfolge ist deshalb:
- Brauche ich das Produkt überhaupt?
- Gibt es eine feste Variante, die dieselbe Aufgabe erfüllt?
- Was zeigt der Scan zu den Inhaltsstoffen?
- Ist die Dosierung verständlich angegeben?
- Passt das Produkt zu meiner Anwendung?
Meine Körperpflege kommt mit einem Stück Seife aus
Zum Duschen nutze ich nur noch Aleppo-Seife mit hohem Olivenölanteil. Meine Haut war früher eher trocken und kommt damit besser zurecht.
Die Seife nutze ich auch für meine Haare. Das funktioniert bei mir, weil ich sehr kurze Haare habe, regelmäßig zum Schneiden gehe und weder eine Hauterkrankung noch Allergien habe. Eine Verfettung meiner Haare habe ich bisher nicht festgestellt.
Für mich ist das angenehm einfach: In der Dusche liegt nur noch ein Stück Seife. Meine Haut ist weniger trocken, Shampoo und Duschgel sind weggefallen und Plastikflaschen brauche ich an dieser Stelle nicht mehr.
Bei längeren, gefärbten oder stark behandelten Haaren kann die Erfahrung anders ausfallen. Auch Wasserhärte, Kopfhaut und Rezeptur spielen eine Rolle. Ich kann deshalb nur sagen: Bei mir funktioniert es.
Festes Shampoo und Haarseife sind außerdem nicht dasselbe. Festes Shampoo kann ähnliche Tenside wie flüssiges Shampoo enthalten, nur ohne den zusätzlichen Wasseranteil. Haarseife basiert dagegen auf verseiften Ölen und kann sich bei Haut und Haaren anders verhalten.
Handseife: palmölfrei und vollständig aufgebraucht
An den Waschbecken verwenden wir palmölfreie Seifenstücke. Das ist keine zufällige Produktauswahl, sondern eine bewusste Kaufentscheidung.
Wir sind nur zwei Personen im Haushalt und haben keine Einschränkungen bei der Handhabung. Das Stück liegt auf einer Ablage, auf der es zwischen den Anwendungen trocknen kann.
Den kleinen Rest des alten Stücks kleben wir auf das neue. So wird die Seife vollständig aufgebraucht, statt als nutzloser Rest in der Schale zu liegen.
Für uns ersetzt das feste Stück die Pumpflasche. Es braucht weniger Verpackung und kein zusätzlich transportiertes Wasser. Dazu kommt die bewusste Entscheidung für palmölfreie Produkte.
Ich kaufe die Seife gern bei kleinen Seifenmanufakturen. So kann ich handwerkliche Herstellung unterstützen und Produkte kaufen, die in Deutschland hergestellt wurden. Klein bedeutet allerdings nicht automatisch gute Rezeptur oder palmölfrei. Auch dort schaue ich auf die Inhaltsstoffe.
Eine Flüssigseife kann trotzdem die passende Lösung sein. Eine Pumpflasche lässt sich mit einer Hand bedienen und kann für Kinder, ältere Menschen oder Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit einfacher sein.
Bei Reinigungsmitteln zählt die Aufgabe
Bei Reinigungsmitteln ist die Frage nicht nur, ob ein Stück Seife eine Flüssigkeit ersetzen kann. Es geht auch darum, wie viele verschiedene Produkte im Haushalt wirklich nötig sind.
Allzweckreiniger, WC-Reiniger, Glasreiniger, Spülmittel und Waschmittel erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Für manche davon gibt es feste Alternativen. Bei anderen ist die flüssige Form praktisch, weil sich das Mittel auf größeren Flächen verteilen oder gezielt dosieren lässt.
Und manchmal brauchst du kein neues Spezialprodukt. Ein vorhandener Reiniger, Wasser, ein geeignetes Tuch oder ein Stück Kernseife reichen für eine Aufgabe bereits aus.
Kernseife ist nicht Schmierseife
Kernseife und Schmierseife werden im Alltag gern durcheinandergebracht. Beide können zur Reinigung eingesetzt werden, entstehen aber auf unterschiedliche Weise.
Klassische Kernseife wird mit Natronlauge hergestellt und anschließend ausgesalzen. Sie wird fest und ist stark alkalisch. Flüssige Kernseife ist deshalb nicht einfach ein festes Stück Kernseife in einer Flasche. Sie wird für die flüssige Anwendung industriell aufbereitet oder gelöst.
Schmierseife, die auch als Grüne Seife verkauft wird, wird traditionell mit Kalilauge hergestellt. Sie wird nicht ausgesalzen. Das bei der Herstellung entstehende Glycerin bleibt enthalten, weshalb Schmierseife weich, pastös oder flüssig ist.
Die Unterschiede liegen also nicht nur in der Konsistenz. Sie betreffen auch Herstellung, Lauge, Glycerinanteil, Alkalität und Einsatzgebiet.
Flüssige Kernseife kann für stark verschmutzte Gegenstände, Werkzeuge oder zur Vorbehandlung bestimmter Flecken geeignet sein. Schmierseife beziehungsweise Grüne Seife kann bei größeren Flächen und bestimmten Boden- oder Holzarbeiten praktisch sein.
Der Name „Grüne Seife“ ist allerdings kein Qualitätsnachweis. Bei „Oma’s Grüner Seife“ von Kieler Seifen handelt es sich laut Hersteller um ein Konzentrat. Die Dosierung wird mit 20 bis 30 Millilitern auf einen Liter Wasser angegeben. Ein Liter reicht damit je nach Dosierung für etwa 33 bis 50 Liter Reinigungslösung. Der zunächst hohe Literpreis relativiert sich dadurch, verschwindet aber nicht automatisch.
Auch die Zutatenliste verdient einen Blick. Kieler Seifen nennt neben weniger als fünf Prozent Seife weitere Tenside, Phosphonate, Farbstoffe und Duftstoffe. Das Produkt ist deshalb nicht einfach nur flüssige Schmierseife. Das macht es nicht automatisch schlecht. Es zeigt aber, warum der Name „Grüne Seife“ nicht als Bewertung genügt.
Du musst diese Angaben nicht im Laden selbst auswerten. Wenn dich ein Produkt interessiert, kannst du es mit einer App prüfen. Die konkreten Anwendungen und ihre unterschiedlichen Bewertungsmaßstäbe findest du in meiner App-Übersicht zu Kosmetik, Körperpflege und Reinigungsmitteln.
Wie ich einzelne Reiniger einsetze und welche Alternativen funktionieren, findest du in meinen Tipps zu Reinigungsmitteln.
Mein Spülmittel bleibt flüssig
Beim Spülen habe ich ein festes Produkt ausprobiert. Es passte nicht zu meiner Art abzuwaschen.
Ich lasse Wasser in das Becken, gebe Spülmittel dazu, nehme einen Schwamm und spüle das Geschirr. Dafür brauche ich eine gute Fettlösekraft. Das feste Produkt sollte mit einer Bürste abgerieben werden, damit die Seife an die Bürste kommt.
Eine Spülbürste ist aus meiner Sicht das schlechteste Werkzeug für fettiges und schmutziges Geschirr. Mit einem Schwamm funktioniert es besser. Den könnte man zwar ebenfalls mit dem Seifenstück verwenden, doch das Handling blieb für mich umständlich.
Ich musste mit der Seife putzen und anschließend abspülen, um zu sehen, ob alles sauber geworden war. Wenn noch Fett oder Schmutz vorhanden war, musste ich unter Umständen erneut Seife aufnehmen. Für mich war das unbequem und führte eher zu mehr Wasserverbrauch.
Wer lieber freihändig abwäscht oder mit einer Bürste gut zurechtkommt, kann ein festes Spülmittel passend finden. Bei mir hat es nicht funktioniert.
Heute kaufe ich ein großes Gebinde Spülmittel von Sonett. Eine kleinere Menge fülle ich in eine Flasche an der Spüle und verdünne sie dort noch einmal mit Wasser.
Ich habe gemerkt, dass wir Spülmittel regelmäßig überdosieren. Die verdünnte Mischung reicht für unseren Alltag aus. Wenn beim Abwasch noch etwas Fettlösekraft fehlt, kann ich erneut Spülmittel dazugeben. Das ist für mich sinnvoller, als jedes Mal eine konzentrierte Menge zu verwenden, die wir vielleicht gar nicht brauchen.
Meine Lösung ist also weiterhin flüssig. Sie kommt aber aus einem größeren Gebinde, und ich dosiere sie sparsamer. Eine feste Variante wäre bei mir nicht automatisch die bessere Lösung, wenn sie dazu führt, dass ich umständlicher arbeite und mehr Wasser brauche.
Weniger Flaschen, weniger Spezialprodukte
Der ökologische Vorteil fester Produkte liegt nicht allein in der Verpackung. Wenn eine feste Seife eine Flüssigseife, ein Duschgel oder ein Shampoo ersetzt, entfällt auch der Transport des Wassers, das in der Flasche steckt.
Noch größer kann der Effekt sein, wenn ein Produkt ganz wegfällt. Brauchst du wirklich eine eigene Flüssigkeit für jede Oberfläche, jede Hautpartie und jede Anwendung? Oder stehen manche Produkte nur im Bad, weil aus einer Grundfunktion eine eigene Produktkategorie gemacht wurde?
Das bedeutet nicht, dass ein Haushalt mit einem einzigen Mittel auskommen muss. Kalk, Fett, Glas, Haut und Haare stellen unterschiedliche Anforderungen. Mehrere Spezialflaschen sind aber nicht automatisch nötig.
Wenn du zusätzlich Verpackungen vermeiden möchtest, findest du im Artikel Recycling- oder Müllexportweltmeister? Wohl beides weitere Gedanken zur Müllvermeidung.
Meine Entscheidungshilfe
Nimm ein Produkt aus Bad oder Küche und prüfe vier Punkte:
- Welche Aufgabe muss es erfüllen?
- Gibt es eine feste Variante, die dieselbe Aufgabe zuverlässig erfüllt?
- Vertrage ich die Rezeptur und kann ich das Produkt gut lagern?
- Wird dadurch eine Flasche oder ein Spezialprodukt überflüssig?
Wenn die Antworten passen, probiere den Wechsel aus. Wenn nicht, bleibt die flüssige Variante. Dann kannst du sie möglichst sparsam und in einem größeren Gebinde kaufen. Bei Inhaltsstoffen helfen dir die Apps aus der verlinkten Übersicht.
Nicht jede Flüssigkeit muss ersetzt werden. Aber jede Flasche verdient die Frage, ob sie für diese Aufgabe wirklich nötig ist.