Frischer Knoblauch ist robust. Bei guter Lagerung, also trocken, dunkel und kühl, trocknet er einfach nach und nach aus, statt zu schimmeln. Irgendwann ist er so vertrocknet, dass er entsorgt werden muss. Wer das vermeiden will, besonders wenn größere Mengen auf einmal anfallen, kann ihn haltbar machen.
Knoblauch-Confit ist eine von drei Methoden, die ich dafür nutze:
- Confit in Öl (dieser Artikel)
- Paste mit 20 % Salz
- Knoblauchsalz
Wann lohnt sich das Haltbarmachen?
Für alle, die Knoblauch aus dem eigenen Garten ernten und die Ernte über viele Monate strecken wollen, ist das eine naheliegende Option. Wer im Juli deutschen Freilandknoblauch kauft, während er frisch und aromatisch ist, und die nächsten Monate nicht auf chinesische Importware zurückgreifen möchte, profitiert ebenfalls. Und wer beim Kochen keine Zeit fürs Schälen hat, greift einfach zum Löffel.
Wann welches Gemüse bei uns Saison hat, siehst du in meinen Saisonkalendern für Werkstatt-Mitglieder.
Was ist Konfieren?
Confit kommt aus der französischen Küche. Die Methode wurde ursprünglich entwickelt, um Fleisch haltbar zu machen: langes Garen bei niedriger Temperatur in Fett, klassischerweise im eigenen. Wer schon einmal Enten-Confit gegessen hat, kennt das Ergebnis.
Was passiert mit dem Knoblauch dabei?
Beim Konfieren wird der Knoblauch lange bei sanfter Hitze in Öl gegart. Er wird dadurch sehr weich, lässt sich mit einer Gabel zerdrücken und verliert seine Schärfe fast vollständig. Der Geschmack wird mild, leicht süßlich, fast nussig. Er eignet sich wunderbar direkt auf frischem Brot, als Basis für Dressings oder in Gerichten, wo roher Knoblauch zu dominant wäre.
Ob man nach dem Genuss von Knoblauch-Confit tatsächlich nicht mehr nach Knoblauch riecht, kann ich aus eigener Erfahrung nicht bestätigen. Ich habe mich nach dem umfangreichen Test vorsichtshalber von Menschen ferngehalten, die keinen Knoblauch gegessen hatten.
Das Öl macht den Unterschied
Ich nehme für mein Confit ein mildes Bio-Olivenöl von meinem adoptierten Olivenbaum (wo ich es kaufe, findest du in meiner Werkstatt-Einkaufsliste). Wer nur ein kräftiges Olivenöl hat, kann es mit nativem Bio-Rapsöl mischen, um den Eigengeschmack etwas zu dämpfen. Wer es aromatisch mag, nimmt das Olivenöl pur.
Das übrige Knoblauchöl nach dem Konfieren nicht wegschütten. Es schmeckt intensiv nach Knoblauch und lässt sich für Dressings, zum Anbraten oder zum Dippen verwenden.