Wer regelmäßig bäckt und den Geschmack von gesäuertem Brot mag, hat meist einen Weizen- oder Roggensauerteigansatz im Kühlschrank. In der Bäckerfachsprache heißt es dann, dass man einen “Sauerteig führt”.
Im Alltag macht ein Sauerteig nur wenig Arbeit. Er möchte regelmäßig gefüttert werden, je nach Alter und Robustheit, alle paar Tage oder auch nur alle zwei Wochen. Das sind immer nur ein paar Handgriffe, die schnell erledigt sind. Doch was macht der Sauerteig, wenn wir für längere Zeit nicht da sind?
Vor dieser Frage stand auch ich, als ich für längere Zeit im Ausland war. Doch da es ja viele Hobby-Bäcker*innen gibt, gibt es auch entsprechend viele Lösungsansätze:
Vor dieser Frage stand auch ich, als ich für längere Zeit im Ausland war. Doch da es ja viele Hobby-Bäcker*innen gibt, gibt es auch entsprechend viele Lösungsansätze:
- Mitnehmen: Das machen viele, die im Urlaub in einer Ferienwohnung oder im Wohnmobil wohnen. Vorteil: Es gibt auch im Urlaub leckeres, frisches Sauerteig-Brot.
- In Obhut geben: Wenn man willige Familienmitglieder oder Freunde hat, kann man diesen Menschen den Teig anvertrauen.
- Neu züchten: Natürlich kann man ihn auch einfach mit dem letzten Brot verwerten und sich nach der Rückkehr einen neuen züchten (die Anleitung dazu verlinke ich dir unten). Das ist etwas aufwendiger, aber jederzeit machbar.
Bei diesem Vorgehen sollte man jedoch bedenken, dass ein älterer Ansatz meist robuster und triebstärker ist. Ich würde es daher immer vorziehen, meinen alten zu erhalten, bevor ich mir einen neuen züchten müsste.
Das Backup: Warum du deinen Sauerteig trocknen solltest
Die sicherste Methode für deine Unabhängigkeit ist das Trocknen. So ist der Teig nahezu unendlich haltbar und kann jederzeit reaktiviert werden. Das Trocknen ist auch dringend empfehlenswert, wenn du schon einen aktiven Ansatz hast und dir einfach eine Sicherung (ein Backup) anlegen willst. Sollte dem frischen Teig im Alltag etwas zustoßen, hast du im Schrank immer noch die getrocknete Lebensversicherung.
Wenn du dich jetzt fragst, was einem Sauerteig im Alltag schon zustoßen könnte – hier sind die Klassiker:
- Im Kühlschrank vergessen – er verhungert.
- Nach dem Füttern im Warmen vergessen – auch hier verhungert er, nur viel schneller.
- Versehentlich den vollständigen Ansatz verbacken – das kommt häufiger vor, als man denkt.
- Versehentlich mit etwas Falschem füttern – es ist schon vorgekommen, dass Salz statt Mehl verwendet wurde, was unweigerlich zum Tod der Kulturen führt.
- Ein Haushaltsmitglied wirft ihn weg, weil er „komisch“ riecht.
Mein alter Sauerteig hat übrigens auch schon sechs Wochen Hungersnot überstanden. Trotzdem steht er getrocknet im Schrank – für alle Fälle. Wie du das Trocknen ohne Qualitätsverlust durchführst und den Teig später fehlerfrei reaktivierst, erfährst du in der folgenden Anleitung.
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