Im Frühjahr und Sommer wächst der Wermut (Artemisia absinthium) in meinem Garten, eine alte Kultur- und Heilpflanze. Vielleicht kennst du ihn auch als geschmacklich dominierende Zutat in Bittertropfen.
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Wermut kann jedoch mehr als Medizin. Beim Blick in das Glas haben die meisten Menschen sofort einen bestimmten Klassiker vor Augen: Martini Bianco.
Der Wermut (engl. Vermouth) ist ein mit Gewürzen und Kräutern aromatisierter und aufgespriteter Wein mit einem Alkoholgehalt zwischen 14,5 und 21,9 Volumenprozent. Wermut wird als Aperitif getrunken und ist Bestandteil vieler Cocktails. Er schmeckt mir am besten eisgekühlt mit einer Scheibe Zitrone oder frischer Minze.
Da ich eine Wermutpflanze im Garten habe, musste dieses Rezept ausprobiert werden. Natürlich habe ich den Wermut-Likör für euch ganz selbstlos verkostet.
Die wichtigste Zutat: Deine persönliche Note
Das Schöne am Selbermachen ist, dass du nicht den Einheitsgeschmack aus der Industrie kopieren musst. Du bestimmst die Richtung. Das fängt schon beim Weißwein an:
- Ein trockener Weißwein führt zu einem eleganten, kräuterigen Ergebnis.
- Ein fruchtiger Wein fängt die Bitterstoffe mit einer natürlichen Fruchtnote auf.
Die Weinauswahl ist absolute Geschmackssache. Erlaubt ist, was dir schmeckt.
Die Herausforderung liegt in der Balance. Wermut ist als Kraut extrem dominant. Ungenaue Mengenangaben wie „Zweige“ funktionieren hier nicht. Wenn die Pflanze im Sommer ausgewachsen ist, führt diese Dosierung direkt zu einem ungenießbaren Medizinsud statt eines feinen Aperitifs.
Für ein ausgewogenes Aroma benötigt man überraschend wenig Pflanze. Zudem unterscheidet sich die Dosierung zwischen frisch geerntetem und getrocknetem Kraut massiv, da getrockneter Wermut stark konzentriert ist.
Ich habe das richtige Gewichtsverhältnis aus Säure, Süße, und Gewürzen und die exakte Ziehzeit ermittelt. So bleibt die Bitterkeit subtil, und der Likör wird rund und harmonisch.
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